Die Granularität des digitalen Produktpasses ist die Ebene, die ein einzelner Pass abdeckt: ein ganzes Modell, eine Produktionscharge oder ein einzelner Artikel. Für die meisten Produkte legt das Gesetz diese Ebene fest, nicht Sie. Dieser Leitfaden richtet sich an Marken und Importeure, die die Rechtspflicht tragen und den Digitalen Produktpass (DPP) für den EU-Markt erstellen müssen, sowie an Hersteller, die ihre Waren selbst in Verkehr bringen.
Neu im Thema? Lesen Sie zuerst, was ein digitaler Produktpass ist.
Was ist die Granularität des digitalen Produktpasses?
Die Granularität des digitalen Produktpasses ist die Ebene, auf die sich ein Pass und seine Kennung beziehen: ein Modell (jede Einheit einer Ausführung), eine Charge (Einheiten eines Modells, zur selben Zeit im selben Werk hergestellt) oder ein Artikel (eine einzelne Einheit). Das jeweilige Produktgesetz oder der delegierte ESPR-Rechtsakt legt die Ebene fest; die Daten darin können auf anderen Ebenen variieren.
Nach der ESPR (Ökodesign-Verordnung, Verordnung (EU) 2024/1781) legt jeder delegierte Rechtsakt die Ebene fest (Art. 9 Abs. 2 Buchst. d), die eindeutige Produktkennung folgt ihr (Anhang III Buchst. b), und Erwägungsgrund 33 liefert die oben genannten Bedeutungen von Charge und Artikel.
So gehen Sie vor: Legen Sie je Produktfamilie zwei Ebenen fest: wie fein Sie Einheiten nummerieren (Identifikation) und wie fein jedes Feld variiert (Daten). Die Feldinventur weiter unten ist die Vorlage.
Welche Ebene legt Ihr Gesetz bereits fest?
Schlagen Sie zuerst nach, welche Granularität des digitalen Produktpasses Ihr Gesetz bereits vorgibt. Der «Produkttyp» der Bauprodukteverordnung funktioniert wie die Modellebene.
| Produktfamilie | Gesetz | Ebene | Fundstelle | Datum und Status |
|---|---|---|---|---|
| LV-, Industrie- (über 2 kWh) und Elektrofahrzeugbatterien | Verordnung (EU) 2023/1542 | Artikel: ein Pass je Batterie | Art. 77 Abs. 1–2 | Pass ab dem |
| Bauprodukte | Verordnung (EU) 2024/3110 (BauPVO) | Produkttyp | Art. 77 Abs. 1 Buchst. a | Delegierter Rechtsakt (erwartet); Passpflicht 18 Monate nach seinem Inkrafttreten (Art. 22 Abs. 7, Art. 80 Abs. 1) |
| Spielzeug | Verordnung (EU) 2025/2509 | Modell; Charge, wenn anderes EU-Recht es verlangt | Art. 19 Abs. 2 Buchst. a, Art. 19 Abs. 9 | Gilt ab dem (Art. 59) |
| Detergenzien, Tenside für Endnutzer | Verordnung (EU) 2026/405 | Modell; Charge oder Artikel, wenn anderes EU-Recht es verlangt | Art. 21 Abs. 2 Buchst. a, Art. 21 Abs. 7 | Gilt ab dem (Art. 37), mit Übergangsregel für Produkte nach altem Recht (Art. 36); technische Regeln per Durchführungsrechtsakt (Art. 21 Abs. 10) |
| ESPR-Produktgruppen | Verordnung (EU) 2024/1781 | Legt jeder delegierte Rechtsakt fest | Art. 9 Abs. 2 Buchst. d | Noch keiner mit Passregeln; Rechtsakt für Eisen und Stahl (erwartet), in der Regel frühestens 18 Monate nach Inkrafttreten anwendbar (Art. 4 Abs. 4) |
Die Kennzeichnung ist eine eigene Pflicht. Produkte unter einem delegierten ESPR-Rechtsakt müssen eine Typen-, Chargen- oder Seriennummer oder ein anderes Kennzeichen zu ihrer Identifikation tragen, auch wenn der Pass auf Modellebene liegt. Erlaubt die Grösse oder Art des Produkts das nicht, stehen die Angaben auf der Verpackung oder in den beigefügten Unterlagen (Art. 27 Abs. 5 ESPR).
Batterien tragen eine Modellkennung plus eine Chargen- oder Seriennummer oder ein anderes Kennzeichen (Art. 38 Abs. 6), während der Pass je Batterie bleibt.
Die Durchführungsverordnung (EU) 2026/1778 (DVO) mit den Registerregeln, in Kraft seit dem , fügt vier Regeln hinzu:
- Die feinste Ebene gewinnt. Gelten zwei Gesetze mit unterschiedlichen Ebenen, registrieren Sie auf der feinsten (DVO Art. 8 Abs. 3).
- Artikel verweisen nach oben. Bei ESPR-Produkten verknüpfen Pässe auf Artikelebene mit den Chargen- und Modellkennungen und Pässe auf Chargenebene mit der Modellkennung, soweit diese existieren (Art. 8 Abs. 4–5). Diese Kennungen vergeben Sie selbst (Erwägungsgrund 14). Für Batterien behandelt das Registerformular sie heute als optional; legen Sie beide Stammdatensätze trotzdem an.
- Unikate sind ausgenommen. Handgefertigte und andere ihrer Natur nach einzigartige Produkte brauchen keine Chargen- oder Modellkennung (Erwägungsgrund 14).
- Die Ebene wird geprüft. Das Register prüft die Granularität des digitalen Produktpasses bei der Einreichung automatisch (Art. 8 Abs. 7 Buchst. c). Ein Pass auf der falschen Ebene scheitert.
Heute bietet das Register nur die Artikelebene an, voreingestellt für Batterien, und noch kann keine Registrierung gelingen (Benutzerhandbuch v1.03, 16. September 2026).
So gehen Sie vor: Halten Sie die Granularität des digitalen Produktpasses je Produktfamilie fest: Gesetz, Ebene, Fundstelle und Datum. Gelten zwei Gesetze, notieren Sie die feinere Ebene.
Wie wählen Sie die Ebene, wo das Gesetz Spielraum lässt?
Das Gesetz legt die Passebene fest. Sie entscheiden trotzdem, ob Sie eine feinere Kennung kodieren als verlangt und auf welcher Ebene jedes Feld liegt. Der vorläufige DPP-Standard von GS1 erlaubt Chargen- oder Serienangaben «even if not required by regulation», also auch dann, wenn die Verordnung sie nicht verlangt.
Für ESPR-Produkte, deren Rechtsakt noch aussteht, zeigt dieselbe Übung, auf welche Granularität des digitalen Produktpasses Sie sich vorbereiten sollten.
Bewerten Sie jede Produktfamilie mit dieser Matrix zur Granularität des digitalen Produktpasses. Sie baut auf den Kriterien aus Anhang 7 der JRC-Methodik (JRC: Gemeinsame Forschungsstelle der Kommission) und den Handelsbeispielen von GS1 auf, plus zwei eigenen Zeilen (gesetzliche Ebene, bestehende Rückverfolgbarkeit):
| Kriterium | Modell | Charge | Artikel |
|---|---|---|---|
| Gesetzliche Ebene | Gesetz nennt Modell oder Typ | Ein Gesetz nennt Charge | Gesetz nennt Artikel |
| Variabilität | Alle Einheiten identisch | Einheitlich innerhalb eines Laufs, nicht über Läufe hinweg | Jede Einheit unterscheidet sich oder verändert sich in der Nutzung |
| Rückrufgenauigkeit | Ganzes Modell wird zurückgerufen | Rücknahmen je Produktionslauf | Einzelne Einheiten, wie im Kindersitz-Beispiel von GS1 |
| Reparatur, Wiederverkauf, Garantie | Kein After-Sales-Datensatz | Reklamationen je Lauf erfasst | Reparaturhistorie, Garantie, Wiederverkaufswert |
| Fälschungsschutz | Geringes Risiko | Verdächtige Chargen werden zurückverfolgt | Echtheit je Einheit, wie im Fussballtrikot-Beispiel von GS1 |
| Lebenszyklusdaten | Nach dem Verkauf kommt nichts hinzu | Eingangsdaten je Lauf, z. B. Fussabdruck (JRC) | Nutzungsdaten oder Reparaturen kommen hinzu |
| Volumen vs. Stückwert | Millionen günstiger Einheiten | Mittelfeld | Hoher Wert, lange Lebensdauer |
| Bestehende Rückverfolgbarkeit | Nur SKU | Chargencodierung läuft | Serialisierung läuft |
So lesen Sie die Matrix. Markieren Sie jede Zeile mit M (Modell), C (Charge) oder A (Artikel) und wenden Sie dann vier Regeln in dieser Reihenfolge an, um zu einem Urteil über die Granularität des digitalen Produktpasses zu kommen:
- Zuerst das Gesetz. Die Gesetzeszeile bestimmt die Ebene, auf der Sie registrieren; das Register prüft sie (DVO Art. 8 Abs. 7 Buchst. c). Sie dürfen im Code eine feinere Kennung kodieren und intern feinere Datensätze führen, doch ein feinerer Pass wird nur registriert, wo ein anderes EU-Gesetz ihn verlangt (DVO Art. 8 Abs. 3).
- Artikel, wenn mindestens zwei der Zeilen Reparatur, Fälschungsschutz und Lebenszyklus auf A stehen und die Volumenzeile auf A steht.
- Charge, wenn Variabilität oder Rückrufgenauigkeit auf C steht und das Druck-Audit unten zeigt, dass die Linie bereits variable Daten druckt.
- Modell in allen anderen Fällen.
Wo das Gesetz die Ebene bereits festlegt, entscheiden die Regeln 2–4 nur darüber, was Sie kodieren und wie Sie Datensätze führen. Die JRC warnt, dass die Artikelebene bei günstigen Massenprodukten eine enorme Zahl von Datensätzen bedeutet, die sich womöglich nicht auszahlt.
Schreiben Sie je Produktfamilie eine Urteilszeile:
| Produktfamilie | Gesetzliche Ebene | Zeilen auf A | Zeilen auf C | Urteil und Regel |
|---|---|---|---|---|
| E-Bike-Akkupacks (Praxisbeispiel) | Artikel | Reparatur, Lebenszyklus, Volumen | — | Artikel, Regel 1 |
| Trikots (Praxisbeispiel) | Offen | — | Variabilität | Charge vorbereiten, Regel 3 |
Die Hybridregel: Identität je Artikel, Daten je Modell. Der Batteriepass ist so gebaut. Anhang XIII der Verordnung (EU) 2023/1542 führt Zusammensetzung, Kapazität, Demontageinformationen und Prüfberichte als Informationen zum Batteriemodell; nur Leistungswerte, Alterungszustand, Status und Nutzungsdaten betreffen die einzelne Batterie.
Eine Granularität des digitalen Produktpasses auf Artikelebene heisst also nicht, dass jedes Feld je Einheit gehalten wird; die JRC trifft dieselbe Unterscheidung (Methodik 2026, Schritt C.3, Analyse, kein Recht). Halten Sie beide Ebenen je Feld fest:
| Passfeld | Datenebene | Verantwortlich |
|---|---|---|
| Zusammensetzung, Chemie | Modell | F&E |
| Bemessungskapazität, erwartete Lebensdauer in Zyklen | Modell | Qualität |
| Demontageinformationen | Modell | After-Sales |
| Leistungs- und Haltbarkeitswerte | Artikel | Produktion (End-of-Line-Prüfung) |
| Alterungszustand, Zykluszahl, Status | Artikel | After-Sales (BMS, Service) |
| Faserzusammensetzung (Textil, JRC-Beispiel) | Charge | Beschaffung |
Eine vollständige Feldliste für eine Produktgruppe finden Sie unter Datenanforderungen für den Textil-DPP.
Welche GS1-Kennungen tragen welche Ebene?
Mit GS1-Kennungen bildet sich die Granularität des digitalen Produktpasses auf die GTIN und ihre Zusatzangaben ab. GTINs stammen aus einer GS1-Basisnummer (GS1 Company Prefix), die eine GS1-Mitgliedsorganisation lizenziert.
| Ebene | GS1-Kennung | Elementstring | GS1-Digital-Link-Pfad |
|---|---|---|---|
| Modell | GTIN | (01) | /01/{GTIN} |
| Charge | GTIN + Charge/Los | (01)(10) | /01/{GTIN}/10/{lot} |
| Artikel | GTIN + Seriennummer (SGTIN) | (01)(21) | /01/{GTIN}/21/{serial} |
| Charge und Artikel | GTIN + Charge + Seriennummer | (01)(10)(21) | /01/{GTIN}/10/{lot}/21/{serial} |
Regeln für Ihre Nummerierungsspezifikation:
- Format und Reihenfolge. Charge (AI 10) und Seriennummer (AI 21), also die Anwendungskennzeichen (Application Identifier) für Charge und Serie, umfassen je bis zu 20 alphanumerische Zeichen, immer zusammen mit einer GTIN. Im Pfad folgen sie in der Reihenfolge 22 (Variante), 10, dann 21.
- Keine Wiederholung je GTIN. Markeninhaber und Hersteller müssen verhindern, dass sich Chargennummern unter einer GTIN über Standorte hinweg wiederholen und dass sich Seriennummern unter einer GTIN wiederholen (GS1 General Specifications 26.0, §3.4.1, §3.5.2).
- Keine Wiederverwendung. Der vorläufige, nicht ratifizierte DPP-Standard von GS1 verbietet, die gesamte Kennung während des Produktlebenszyklus wiederzuverwenden. Dieselben Chargen- oder Seriennummern dürfen aber unter verschiedenen GTINs stehen.
- Batterien. Die Übersicht dieses Standards nennt GTIN plus Seriennummer in einem QR-Code; für Bauprodukte steht dort noch «TBD».
Unsere Seite zu GS1 Digital Link erklärt die URI.
Audit der Chargencodes. Auf Chargenebene ist die Granularität des digitalen Produktpasses nur so eindeutig wie Ihr Chargencode.
Prüfen Sie, ob das Format je GTIN über alle Werke und Lohnfertiger hinweg eindeutig ist und sich während der Produktlebensdauer nicht wiederholen kann. Ein Tag-des-Jahres-Code wie 245 wiederholt sich jedes Jahr; P2-26-245-A (Werk, Jahr, Tag, Schicht) nicht.
Vorlage für die Seriennummernpolitik:
| Regel | Einstellung |
|---|---|
| Vergabe | Ein Nummernkreis je Werk und Lohnfertiger, zentral zugeteilt |
| Länge | Höchstens 20 Zeichen |
| Wiederverwendung | Nie unter derselben GTIN |
| Wenn 96-Bit-RFID-Tags in Frage kommen | Nur Ziffern, keine führenden Nullen, unter 2^38 (höchstens 274.877.906.943) |
| Barcode vs. Tag | Identische Seriennummer, Zeichen für Zeichen |
GS1 Support weist darauf hin, dass diese Grenzen nur für SGTIN-96-Tags gelten; SGTIN-198 akzeptiert jede GS1-Seriennummer. Nach dem vorläufigen Standard kommt RFID nur zusätzlich zu einem QR-Code oder Data-Matrix-Code in Frage.
Was ändert eine feinere Ebene an der Produktionslinie?
Je feiner die Granularität des digitalen Produktpasses, desto mehr ändert sich Ihr Druck. Die GS1-Leitlinie zu 2D-Codes im Handel (Release 1.1) beschreibt drei Wege:
| Weg | Trägt | Passt zu |
|---|---|---|
| Plattendruck auf der Verpackung (Tiefdruck, Flexodruck, Offset) | Daten, die für die ganze Druckauflage feststehen | Praktisch Modellebene, nur GTIN |
| Druck auf Abruf: Inkjet, Thermotransfer, Laser, Print-and-Apply | Charge, Verfallsdatum oder Seriennummer je Einheit | Charge oder Artikel |
| Vorserialisierte Etiketten, an der Linie per Kamera gelesen | Seriennummern, die vor der Produktion gedruckt wurden | Artikel |
Drei Effekte, die Sie einplanen sollten:
- Grössere Symbole. Jedes zusätzliche Feld vergrössert den 2D-Code, und variable Daten können den Vordruck ausschliessen (§5.4).
- Druck in Echtzeit. Prüfen Sie Liniengeschwindigkeit, vorhandene Drucker, Substrat und Platzierung, bevor Sie umstellen (§5.7.4).
- Haltbarkeit. QR-Codes auf Batterien werden dauerhaft auf die Batterie aufgedruckt oder eingraviert; Verpackung und Begleitunterlagen sind nur der Ausweichweg (Art. 13 Abs. 7). Spielzeug trägt den Code auf dem Spielzeug oder einem angebrachten Etikett, oder auf der Verpackung, wo Grösse oder Art es erfordern (Art. 19 Abs. 7).
Wo der Datenträger die Verpackung überdauern muss, wählen Sie ein an der Linie gedrucktes Etikett, ein dauerhaftes Etikett oder eine Direktmarkierung (Direct Part Marking); lasergravierte Codes brauchen spezielle Beleuchtung und Bildverarbeitungssysteme (GS1).
Druck-Audit. Bevor Sie etwas Feineres als die Modellebene kodieren, prüfen Sie jede Linie:
| Linie | Drucker heute | Statisch oder variabel | Geschwindigkeit, Substrat | Überdauert die Verpackung? | Urteil |
|---|---|---|---|---|---|
| Beutellinie 3 (Beispiel) | Flexo plus Datums-Inkjet | GTIN statisch, Datum variabel | Ihre Werte | Nein | Charge per Inkjet; Seriennummern brauchen einen neuen Drucker |
Siehe unsere Seite zu GS1 2D-Codes und den Fahrplan für den Umstieg auf 2D-Codes.
Was bedeutet jede Ebene für IT und Register?
Die Granularität des digitalen Produktpasses vervielfacht die Datensätze. Dimensionieren Sie die IT mit zwei Formeln:
- Pro Jahr erstellte Pässe = Einheiten (Artikel), Chargen (Charge) oder neue Modelle (Modell), die in diesem Jahr in Verkehr gebracht werden.
- Aufzubewahrende Datensätze = diese Zahl × Jahre, die jeder Pass verfügbar bleiben muss.
Linie A im hypothetischen Praxisbeispiel unten erstellt 11.400 Artikelpässe im Jahr; planen Sie 10 Jahre Verfügbarkeit ein, sind das 114.000 aufzubewahrende Datensätze.
Verfügbarkeit: Spielzeug und Detergenzien 10 Jahre nach dem Inverkehrbringen (Art. 19 Abs. 2 Buchst. g, Art. 21 Abs. 2 Buchst. g); Bauprodukte mindestens 10 Jahre (BauPVO Art. 75 Abs. 2 Buchst. i); Batterien bis zum Recycling (Art. 77 Abs. 8); ESPR-Produkte je Rechtsakt (Art. 11 Buchst. e).
Richten Sie für die gewählte Granularität des digitalen Produktpasses sechs Dinge ein:
- Stammdatensätze. Modell- und Chargendatensätze, auf die jeder Artikeldatensatz verweist: die Verknüpfung nach DVO Art. 8 Abs. 4–5.
- Registerweg. Die DVO sieht eine API vor (Erwägungsgrund 3), doch das Benutzerhandbuch v1.03 dokumentiert nur ein Formular für Einzeleinträge und Datei-Uploads mit höchstens 100 Pässen (XML oder JSON). Ein fehlerhafter Datensatz lässt alle Pässe der Datei scheitern: Skripten Sie die Uploads, validieren Sie jede Datei vorher und planen Sie Budget für die API ein, sobald die Kommission sie dokumentiert.
- Kennungsfeld. Die eindeutige Produktkennung im Register ist eine URL mit bis zu 2.000 Zeichen; eine Digital-Link-URI mit Charge und Seriennummer passt also hinein.
- Resolver-Regeln. Ein GS1-konformer Resolver darf Charge und Seriennummer abschneiden und auf der GTIN antworten; tiefere Ebenen erben die Links der GTIN (Resolver Standard 1.2.1). Der Code auf dem Produkt kann also feiner sein als Ihre Webseiten: Drucken Sie Seriennummern jetzt, liefern Sie eine Seite je GTIN aus und ergänzen Sie Artikelseiten später. Siehe unseren Leitfaden zum Resolver.
- Sicherungskopien. Artikel 10 Absatz 4 ESPR und das Detergenzienrecht (Art. 21 Abs. 12 Buchst. c) verlangen eine Sicherungskopie über einen Digitalproduktpass-Dienstleister: auf Artikelebene eine je Pass.
- Personenbezogene Daten. Keine personenbezogenen Kundendaten in einem ESPR-Pass ohne ausdrückliche Einwilligung (Art. 10 Abs. 1 Buchst. e); die JRC weist auf Datenschutzfragen bei Pässen auf Artikelebene hin.
Anmeldung und Upload behandelt unser Leitfaden zum Produktpassregister.
Was treibt die Kosten jeder Ebene?
Die JRC nennt die Granularität des digitalen Produktpasses einen zentralen Kostentreiber: Der Schritt von der Modell- zur Artikelebene bringt zusätzliche Datenerzeugung, häufigere Aktualisierungen, Governance-Aufwand und Infrastruktur für Identifikation oder Rückverfolgung (§2.2.4.2). Informieren Sie Finanzabteilung und Lieferanten mit dieser Liste und lassen Sie jede Zeile einzeln bepreisen:
| Kostentreiber | Modell | Charge | Artikel |
|---|---|---|---|
| Vergabe der Kennungen | GTINs aus Ihrer GS1-Lizenz | Plus Chargenregel über alle Standorte | Plus Seriennummernkreise und ein Ausgabeprotokoll |
| Druckausrüstung, wegfallender Vordruck | Druckvorlage für den Plattendruck genügt | Codierer für Druck auf Abruf je Linie | Drucker für Druck auf Abruf oder vorserialisierte Etiketten |
| Codeprüfung | Prüfung der Druckvorlage | Je Lauf | Je Einheit, mit Datenbankeintrag |
| Dauerhafte Kennzeichnung oder Etiketten | Wenn der Datenträger die Verpackung überdauern muss | Ebenso | Ebenso, je Einheit |
| RFID-Tag-Speicher | — | — | Nur bei RFID-Einsatz |
| Datenerzeugung und Aktualisierungen | Je Modell | Je Charge | Je Einheit, plus Aktualisierungen in der Nutzung |
| Registrierungen und Sicherungskopien | Je Modell | Je Charge | Je Einheit |
| Speicherung über die Lebensdauer | Modelle × Jahre | Chargen × Jahre | Einheiten × Jahre |
| Governance | Änderungskontrolle | Plus Chargenfreigabe | Plus Seriennummernausgabe und Aktualisierungsrechte |
Schon jetzt feiner kodieren als verlangt? GS1 erlaubt, dass der Code eine feinere Kennung trägt, als Ihr Rechtsakt verlangt, und Resolver können die zusätzlichen Angaben ignorieren. Wo eine Linie bereits variable Daten druckt, kostet eine zusätzliche Chargenangabe wenig; wo sie einen neuen Drucker erzwingen würde, warten Sie auf Ihren Rechtsakt.
Praxisbeispiel: ein E-Bike-Hersteller in Aveiro (hypothetisch)
Nehmen wir einen hypothetischen E-Bike-Hersteller in Aveiro, Portugal, mit zwei Linien und zwei unterschiedlichen Antworten zur Granularität des digitalen Produktpasses. Alle Zahlen sind für das Beispiel erfunden.
Linie A: 12.000 Akkupacks im Jahr, per Gesetz auf Artikelebene. Die Datenkette hinter diesen Pässen beschreibt unser Leitfaden zum Batteriepass.
- Ein Artikel. 10.800 Räder erhalten je einen Akkupack. 600 Tourenräder erhalten zwei Packs, die sich ein Batteriemanagementsystem (BMS) teilen und als eine Batterie arbeiten; die unverbindlichen Batterie-FAQ der Kommission (Q3.2) behandeln das als eine Batterie mit einem Pass. Das Jahr braucht 11.400 Pässe, nicht 12.000.
- Kennung. Eine GTIN je Batteriemodell (drei Modelle), plus eine Seriennummer aus dem Nummernkreis Aveiro: nur Ziffern, keine führenden Nullen. Ein QR-Code mit
/01/{GTIN}/21/{serial}wird auf jede Batterie gelasert; die Zellcharge steht in einem verknüpften Chargendatensatz. - Daten. Zusammensetzung, Kapazität, Lebensdauer und Demontagedaten kommen aus drei Modelldatensätzen. Je Batterie liefert die End-of-Line-Prüfung die Leistungswerte und den Status «original».
- Registrierung. Rund 950 Pässe im Monat bedeuten zehn Dateien mit höchstens 100 Pässen. Die IT skriptet zehn validierte Uploads im Monat und reserviert Kapazität für die API-Arbeit.
Linie B: 40 Radtrikot-Modelle, rund 60.000 Trikots im Jahr, Ebene noch nicht festgelegt.
- Ebene. Der delegierte Rechtsakt für Textilien, (erwartet), wird die Granularität des digitalen Produktpasses für Bekleidung festlegen.
- Ergebnis der Matrix. In der Matrix zur Granularität des digitalen Produktpasses steht nur die Variabilität auf C (Färbepartien); Reparatur, Fälschungsschutz und Lebenszyklus stehen auf M.
- Drucker. Pflegeetiketten kommen bereits von einem Thermotransferdrucker, der Grössen je Auftrag druckt.
/10/{lot}an/01/{GTIN}anzuhängen ist eine Änderung der Vorlage, keine neue Ausrüstung; Regel 3 ergibt also Charge. Der Resolver liefert eine Seite je GTIN. - Datensatzzahlen. 40 Modelle × etwa 6 Färbepartien je Saison × 2 Saisons ≈ 480 Chargendatensätze im Jahr, gegenüber 60.000 auf Artikelebene und 40 auf Modellebene.
- Falls der Rechtsakt die Artikelebene festlegt. Die Vorlage erhält
/21/{serial}, und die Datensätze steigen von rund 480 auf 60.000 im Jahr. Das ist die Zeile der Kostentabelle, die Sie jetzt bepreisen sollten.
Drei Gegenszenarien zur Nummerierung.
- Seriennummern beginnen bei 1. Würden das Werk in Aveiro und ein beauftragter Montagebetrieb beide bei 1 beginnen, teilten sich zwei Batterien dieselbe Kombination aus GTIN und Seriennummer. Beide Codes öffneten denselben Pass, und das Service-Update des einen Rads landete im Datensatz des anderen.
- Ein Chargencode ohne Jahr. Die Tag-des-Jahres-Charge
245kehrt 2027 zurück; die Rücknahme einer Färbepartie träfe dann auch die Trikots des Folgejahres. - Eine verlorene Null. Wechseln die Trikots später mit RFID-Hängeetiketten auf die Artikelebene und wird die Etikett-Seriennummer
004711auf einem 96-Bit-Tag als4711gespeichert, hat ein Trikot zwei Kennungen. Seriennummern ohne führende Nullen vermeiden das.
Grenzfälle: Was, wenn Ihre Produkte nicht in die Tabelle passen?
Grenzfälle, bei denen Sie die Granularität des digitalen Produktpasses genauer prüfen sollten:
- Importierte Zellen oder Module. Werden sie in der EU zu einer Batterie montiert, sind sie in der Regel nicht die fertige Batterie, die den Pass braucht (unverbindliche Batterie-FAQ Q3.4).
- Mehrere Werke oder Lohnfertiger. Eine Granularität des digitalen Produktpasses auf Chargen- oder Artikelebene versagt, wenn zwei Standorte dieselben Nummern vergeben: Geben Sie jedem Standort einen eigenen Chargen- und Seriennummernkreis, wie in der Vorlage oben.
- Wiederaufgearbeitete Artikel. Ein neuer Pass wird mit dem ursprünglichen verknüpft (Art. 11 Buchst. d ESPR; Batterien, Art. 77 Abs. 7). Eine einfache Batteriereparatur braucht laut den FAQ keinen neuen Pass.
- Online-Angebote und Händleranfragen. Händler und Anbieter von Online-Marktplätzen können innerhalb von fünf Arbeitstagen eine kostenlose digitale Kopie des Datenträgers oder der Kennung verlangen (Art. 10 Abs. 3 ESPR). Die JRC ergänzt, dass Produkte auf Artikelebene online trotzdem Informationen auf Modellebene zeigen sollten: Halten Sie je Modell einen reinen GTIN-Link bereit.
- Auftragsfertigung. Die vorläufige Made-to-Order-GTIN von GS1, AI (03), ist für den Handel nicht freigegeben, Online-Marktplätze eingeschlossen. Bevor Sie sie auf etwas drucken, das über den Handel oder einen Marktplatz verkauft wird, fragen Sie Ihre GS1-Mitgliedsorganisation, welche Kennung Sie verwenden sollen.
Das grössere Bild: Welche offenen Entscheidungen könnten Ihre Ebene ändern?
Feststehend: Artikel 9–11 und Anhang III der ESPR; Artikel 8 der DVO 2026/1778; Batteriepässe auf Artikelebene ab dem ; der Produkttyp der BauPVO; die Modellebene für Spielzeug und Detergenzien; GS1 General Specifications 26.0 und Resolver Standard 1.2.1.
EN 18219 (eindeutige Kennungen) und EN 18220 (Datenträger) sind als harmonisierte Normen im Amtsblatt zitiert (Durchführungsbeschluss (EU) 2026/1736). Lesen Sie beide, bevor Sie Ihre Nummerierung festschreiben.
Offen, und was Sie jetzt tun:
| Offener Punkt | Was er ändern könnte | Was Sie jetzt tun |
|---|---|---|
| Rechtsakt für Eisen und Stahl, (erwartet) | Die erste von der ESPR festgelegte Granularität des digitalen Produktpasses; die Seite der Kommission sagt dazu noch nichts | Matrix für Stahllinien neu durchlaufen; siehe den ESPR-Arbeitsplan |
| Textil-Rechtsakt, (erwartet) | Modell, Charge oder Artikel für Bekleidung | Die Vorlage /21/{serial} bereithalten |
| Rechtsakt zum Bauprodukte-Pass, (erwartet) | Daten und Datenträger für den Produkttyp | Mit der Pflicht 18 Monate nach Inkrafttreten planen |
| GS1-DPP-Standard, noch vorläufig | Regeln zur Wiederverwendung, AI (03), die Zeilen zu Batterien und Bauprodukten | Nummerierungspolitik bei der Ratifizierung erneut prüfen |
| Register: funktionierende Registrierungen, Modell- und Chargenebene | Ihr Registerweg | Weg anpassen und eine Datei testen |
Die Regeln zur Granularität des digitalen Produktpasses sind Gesetz; die Ebene für die meisten ESPR-Produkte ist es nicht. Nummerieren Sie so, dass Sie ohne neue Druckvorlagen feiner werden können.
Was sollten Sie in diesem Quartal zur Granularität des digitalen Produktpasses entscheiden?
Sieben Entscheidungen, jede mit einem Verantwortlichen, legen Ihren Plan zur Granularität des digitalen Produktpasses fest:
| # | Entscheidung | Verantwortlich | Wann | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Gesetzesprüfung | Compliance | Diese Woche | Ebene je Produktfamilie |
| 2 | Matrixbewertung | Produktmanagement | Diese Woche | Urteil und Regel je Familie |
| 3 | Datenkarte auf Feldebene | Datenverantwortliche mit IT | Diesen Monat | Feldinventur mit beiden Ebenen |
| 4 | Kennungsmuster | Stammdaten | Diesen Monat | Muster für GTIN, Charge und Seriennummer |
| 5 | Chargen- und Seriennummernpolitik | Betrieb, Lohnfertiger | Diesen Monat | Unterzeichnete Nummerierungsregeln |
| 6 | Druck-Audit | Technik | Dieses Quartal | Urteil je Linie |
| 7 | Plan für Register und Resolver | IT | Dieses Quartal | Weg, Datensatzzahl, GTIN-Fallback |
Für welche Granularität des digitalen Produktpasses Sie sich auch entscheiden: Halten Sie einen Link auf Modellebene für Online-Angebote und Händleranfragen bereit.
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Weiterführend: Was ist der Digitale Produktpass? · Umsetzung des digitalen Produktpasses in 8 Schritten · DPP-Register · GS1 Digital Link Resolver · Batteriepass
Häufige Fragen
Was ist die Granularität des digitalen Produktpasses?
Liegt der Batteriepass auf Modell- oder Artikelebene?
Reicht ein QR-Code ohne Seriennummern für einen DPP?
Was gilt, wenn zwei EU-Gesetze für ein Produkt unterschiedliche Ebenen festlegen?
Müssen wir auf jedes Produkt eine Seriennummer drucken?
Nimmt das EU-Register schon Pässe auf Chargenebene an?
Kann ein Pass auf Artikelebene Daten auf Modellebene wiederverwenden?
Quellen
- Verordnung (EU) 2024/1781 (ESPR), Art. 4 Abs. 4, Art. 9 Abs. 2 Buchst. d, Art. 10, 11, 27 Abs. 5, Anhang III, Erwägungsgrund 33 — EUR-Lex — 2026-10-07
- Durchführungsverordnung (EU) 2026/1778 der Kommission zum Register für digitale Produktpässe, Art. 8, Erwägungsgründe 3 und 14 — EUR-Lex — 2026-10-07
- Verordnung (EU) 2023/1542 (Batterieverordnung), Art. 13 Abs. 7, Art. 38 Abs. 6, Art. 77, Anhang XIII — EUR-Lex — 2026-10-07
- Verordnung (EU) 2024/3110 (Bauprodukteverordnung), Art. 22 Abs. 5, Art. 22 Abs. 7, Art. 75 Abs. 2 Buchst. i, Art. 77 Abs. 1 Buchst. a, Art. 80 Abs. 1 — EUR-Lex — 2026-10-07
- Verordnung (EU) 2025/2509 (Sicherheit von Spielzeug), Art. 19, 59 — EUR-Lex — 2026-10-07
- Verordnung (EU) 2026/405 (Detergenzien und Tenside), Art. 21, 36, 37 — EUR-Lex — 2026-10-07
- Durchführungsbeschluss (EU) 2026/1736 der Kommission — harmonisierte Normen für den DPP (EN 18216, EN 18219–18223) — EUR-Lex — 2026-10-07
- Europäische Kommission — DPP Registry User Guide for Economic Operators (Benutzerhandbuch für Wirtschaftsteilnehmer), v1.03 (16. September 2026) — 2026-10-07
- Europäische Kommission — EU-FAQ zum digitalen Produktpass für Batterien (September 2026, unverbindlich) — 2026-10-07
- Europäische Kommission — Digitaler Produktpass: Eisen und Stahl — 2026-10-07
- JRC145830 — Methodik zur Festlegung der Datenanforderungen für den digitalen Produktpass im Rahmen der ESPR (2026), §2.2.4.2, §3.4.3, Anhang 7 — 2026-10-07
- GS1 General Specifications (Allgemeine GS1-Spezifikationen), Release 26.0 (Januar 2026), §3.4.1 und §3.5.2 — 2026-10-07
- GS1 — Referenz der Anwendungskennzeichen (AI 10, AI 21) — 2026-10-07
- GS1-Conformant Resolver Standard, Release 1.2.1 (August 2026) — 2026-10-07
- GS1 — Leitlinie zu 2D-Codes an der Kasse im Handel (2D Barcodes at Retail Point-of-Sale Implementation Guideline), Release 1.1 (Dezember 2025), §4.7.3, §5.3, §5.4, §5.7.4, §7.4 — 2026-10-07
- GS1 — vorläufiger DPP-Anwendungsstandard, GSCN 26-226, Release 2 (Juni 2026, nicht ratifiziert) — 2026-10-07
- GS1 Support — Hinweise zur Serialisierung bei der EPC-Kodierung auf RAIN-RFID-Tags — 2026-10-07


